Die Paralympics Paris und Heim-WM Zürich 2024 im Rückblick
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Die Paralympics Paris und Heim-WM Zürich 2024 im Rückblick

Liebe Leserinnen und Leser

Die letzten Wochen und Monate waren unglaublich aufregend und voller Erlebnisse. Ich hatte das grosse Privileg, zum dritten Mal für die Schweiz an den Paralympics an den Start gehen zu dürfen und zusätzlich bei der Rad- und Para-Cycling WM in Zürich – quasi direkt vor meiner Haustür – teilzunehmen. Was ich dabei alles erlebt habe, teile ich gerne mit euch.

Paralympics Paris 2024
Rückblickend bin ich äusserst zufrieden mit meiner Leistung und dem, was ich in Paris erreicht habe. Ich habe alles gegeben, mit der richtigen Taktik und meinem fantastischen Team an der Seite. Im Zeitfahren konnte ich trotz der Zusammenlegung mit den knienden Athletinnen einen respektablen 10. Platz belegen (in meiner Kategorie war es der 4. Platz). Auf den flachen Abschnitten konnte ich gut mithalten, doch in den Anstiegen zeigte sich schnell, dass wir liegenden Handbike-Athletinnen im Vergleich nicht konkurrenzfähig waren. Da das Strassenrennen bereits am nächsten Tag stattfand, haben wir unsere Strategie daraufhin angepasst und sind bewusst nicht all-in gegangen.

Das Strassenrennen stellte mich und alle anderen Athletinnen dann vor eine ganz andere Herausforderung: extreme Wetterbedingungen mit strömendem Regen. Zu Beginn des Rennens konnte ich in der Spitzengruppe mit den Top 4 mithalten, bis mir in einer Kurve durch Aquaplaning das Vorderrad wegrutschte und ich quer zur Strecke stand. Ab diesem Moment fuhr ich mit mehr Vorsicht weiter, der Schreck sass tief. Am Ende erreichte ich den 8. Platz – in meiner Kategorie sogar den 3. Platz.

Als letzter Event in der Stadt der Liebe stand für mich das Team-Relay auf dem Programm. Zusammen mit Fabian Recher und Benjamin Früh konnten wir einen sensationellen 5. Platz erreichen. Es war ein packendes Rennen, in dem wir alle bis an unsere Grenzen gingen.

Mein absolutes und emotionalstes Highlight an den Paralympics war die Ehrenrunde mit meinen Schweizer Teamkollegen. Fans, Polizisten und Helfer versammelten sich entlang der Strecke und jubelten uns wie Rockstars zu – Gänsehaut pur! Die Woche an der Seine war ein einmaliges Erlebnis und eine unvergessliche Zeit, an die ich noch lange und gerne zurückdenken werde.

Rad- und Para-Cycling Weltmeisterschaften Zürich 2024
Nach den Paralympics waren sowohl die Regeneration als auch die Vorbereitung auf das nächste grosse Highlight entscheidend. Nur wenige Tage nach meiner Rückkehr aus Paris standen bereits die Rad- und Para-Cycling Weltmeisterschaften in Zürich an. Die Vorfreude, vor heimischem Publikum antreten zu dürfen, war riesig. Am Dienstag konnte ich im Zeitfahren völlig erschöpft, aber stolz den 5. Platz erreichen. Die vielen Schweizer Fahnen, das erstklassige Niveau des Rennens und die Ankündigung auf der Startrampe, als ich über die Lautsprecher als „unsere Frau aus der Schweiz und Gesamt-Weltcupsiegerin“ vorgestellt wurde, gaben mir zusätzlich Motivation.

Leider verlief das Strassenrennen am Donnerstag überhaupt nicht wie erhofft. Das Rennen musste ich aufgrund medizinischer Probleme früh abbrechen, nachdem ich während der Fahrt bewusstlos wurde. Es gab keinen Unfall oder Fremdverschulden, mein Körper hat die Notbremse gezogen. Ab diesem Moment zählte nur noch meine Gesundheit, alles andere wurde unwichtig! Dank der schnellen und diskreten Erstversorgung des medizinischen Teams vor Ort wurde ich umgehend versorgt und ins Spital gebracht. Seit meinem Aufenthalt auf der Intensivstation im Krankenhaus liegt unser Fokus auf einem einzigen Ziel: wieder alltägliche Dinge wie duschen, selbständig Nachrichten beantworten oder einen kurzen Spaziergang bewältigen zu können. Die lange Bewusstlosigkeit strapazierte und schwächte mein Körper extrem, es wird nun sehr viel Zeit und Erholung brauchen. 

Ich möchte mich von Herzen für eure Unterstützung bedanken – ob ihr an den Renntagen vor Ort wart, still die Daumen gedrückt habt oder mir liebe Nachrichten geschickt habt. Besonders dankbar bin ich auch für die grossartige Betreuung durch die Ärzte und Fachärzte im Krankenhaus sowie auf dem Rennplatz. Ein riesiges Dankeschön gilt meinem Mann und meiner Familie, denn nur dank ihrer 24-h Betreuung war es möglich, in mein geliebtes zu Hause zurückzukehren. 

Eure Sandra

Fotos: Jana Leu, Keystone-SDA Sport, Ennio Leanza, Swiss Paralympic/Sam Buchli 

Publikationsdatum 11.10.2024
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