Wenn der Körper die Notbremse zieht – Warum ich 2025 auf Weltcup und WM verzichte
Liebe Leserinnen und Leser
Aus gesundheitlichen Gründen habe ich mich dazu entschieden, 2025 auf die Teilnahme an sämtlichen Weltcuprennen sowie an der Weltmeisterschaft Ende August in Belgien zu verzichten.
Die Heim-WM 2024 hätte der ganz grosse Höhepunkt meiner Karriere werden sollen, ein Rennen quasi vor meiner Haustüre. Nachdem ich das Zeitfahren auf dem 5. Rang beendet hatte, musste ich das Strassenrennen zwei Tage später wegen einschneidender gesundheitlicher Probleme abbrechen. Ich brach während der ersten Runde zusammen und verlor mein Bewusstsein. Sofort wurde ich durch das medizinische Team versorgt und umgehend ins Spital gebracht.
Mein Körper braucht noch viel Erholungszeit
Nachdem ich die Intensivstation wieder verlassen hatte, war mir bewusst, mein Körper hat die Notbremse gezogen. Die Ursache ist ein endokrinologisches Problem, das mittlerweile unter Kontrolle ist, meinen Körper aber enorm geschwächt und wiederholt an seine Belastungsgrenzen gebracht hat. In kleinen Schritten tastete ich mich an alltägliche Dinge wie duschen, Mails oder Nachrichten schreiben und kurze Spaziergänge heran. Jedoch erlitt ich immer wieder heftige Rückschläge. Selbst kleinste Anstrengungen überforderten meinen Körper, sodass lange Ruhephasen notwendig waren und auch noch sind. Jeglicher Stress ist Gift.
Verzicht auf Weltcup- und WM-Rennen
Seit Februar geht es langsam, aber stetig aufwärts. Bereits konnte ich wieder erste Ausfahrten mit meinem Handbike unternehmen. Von einem wettkampfmässigen Training bin ich jedoch noch weit entfernt. Deshalb habe ich gemeinsam mit meinem Team und meinen Ärzten entschieden, meinem Körper die nötige Ruhe zu geben. Eine Teilnahme an grossen internationalen Wettkämpfen macht unter diesen Umständen keinen Sinn.
Ich werde behutsam ins Training einsteigen und die Belastungen vorsichtig und kontinuierlich steigern. Mein Ziel ist es, im Herbst erste kleinere Rennen zu bestreiten, um zu sehen, wie mein Körper darauf reagiert. Doch ich brauche noch viel Zeit und Geduld, bis ich wieder voll leistungsfähig bin. Mein klares Ziel ist es, 2026 international wieder ganz vorne mitzufahren.
Vielen Dank, dass ihr mich auf dieser Reise begleitet. Eure Unterstützung bedeutet alles für mich! Ein besonderer Dank gilt meiner Familie, meinem Team, den Ärzten vom Inselspital Bern und meinen Sponsoren! Ihr seid meine Helden!
Selbstverständlich werde ich euch über meine Social Media Kanäle regelmässig über meine Fortschritte und weitere Pläne auf dem Laufenden halten.
Eure Sandra